Wushu - 武術

Wu Shu heisst auf chinesisch “Kampfkunst” eine ist durch eine lange Tradition in seinem Mutterland weit verbreitet.

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Im Westen wird für viele davon häufig der Begriff Kungfu( 功夫, Gōngfu „Etwas durch geduldige/harte intensivem Arbeit Erreichtes“) verwendet, der im Chinesischen jedoch eigentlich eine umfassendere Bedeutung trägt. In China werden die Kampfkünste heute in der Regel mit den Begriffen Wǔshù (武術 / 武术 „Kampfkunst“) oder Gúoshù (國術 / 国术 „Nationale Kunst“) bezeichnet.

In der chinesischen Geschichte wird das Shaolin-Kungfu auf den indischen Mönch Boddhidharma zurückgeführt, der etwa im Jahre 520 nach China kam und sich im Shaolin-Kloster niederliess.

Obwohl der dort gelehrte Buddismus ausschliesslich auf die Rettung der Seele ausgerichtet war, zeigte Boddhidharma seinen Schülern, dass Körper und Geist nicht zu trennen waren.

Nachdem er gezielte Uebungen einführte gewannen die Mönche schnell an körperlicher und geistiger Gesundheit.

Es zeigte sich auch, dass Übende dem “normalen” Angreifer in der Selbstverteidigung überlegen waren und in gefählichen Situationen besser reagieren konnten.

Nördliche und südliche Stile

In China werden die Stile häufig auch in nördliche und südliche Stile eingeteilt. Wesentliche Merkmale nach dieser Unterteilung sind:

  • Nördlich: weite Bewegungen, schnelle Läufe, auch Sprünge und hohe Tritte.
  • Südlich: kurze, explosive Bewegungen, wenige Lauf- und Sprungbewegungen

Waffen

In den chinesischen Kampfkünsten sind zahlreiche Waffen gebräuchlich. Besonders häufig werden verwendet:

  • Schwert (劍, Jian shu)
  • Säbel ( 刀, Dao shu)
  • Dreigeteilter Stock (三节棍,san jie gun)
  • Langstock ( 棍, gun shu)
  • Fächer ( 扇, shan)
  • Speer ( 槍, qiang shu)
  • 9-Teile-Peitsche (九节, jiu jie bien)
  • Nunchaku ( 雙節棍 / 双节棍, shuāng jié gùn)
  • Südsäbel ( 南刀, Nan dao)
  • Südstock ( 南棍, Nan gun)
  • einstudierter Partnerkamp ( 对练, Duilian)
  • Doppellanze

Wushu ist heute zum Wettkampfsport geworden. Die grosse Anzahl verschiedener Stile wurde zusammengefasst und damit vergleichbar gemacht. Die Hauptrichtungen im Wushu sind Chanquan (nördlichen Stile) und Nanquan (südliche Stile). Daneben werden verschiedene Waffen eingesetzt. Geübt wird in kataähnlichen, vorgegebnenen Bewegungs-abläufen, die auch an den Wettkämpfen gezeigt werden. Wushu hat sich heute vom Kampf entfernt und versteht sich mehr als Bewegungskunst. Beim Wushu wird der ganze Körper trainiert, er wird geschmeidig gehalten und die Muskeln und der Geist bleiben in “form”.

Aus sportlicher Sicht stellt Wushu hohe Anforderungen an verschiedene Bereiche wie Kondition und Koordination. Die Hauptcharakteristiken sind Wendigkeit und Schnelligkeit verbunden mit Kraft. Härte wird mit Weichheit gemischt, Schnelligkeit mit Langsamkeit und Bewegung mit Innehalten.

Seit der Gründung der Volksrepublik China im Jahre 1949 wurde Wushu wieder gefördert und ist heute Bestandteil des Sportunterrichts in vielen Grund- und Oberschulen Chinas. An Chinas Universitäten ist es sogar möglich, einen Sportlehrer-Diplomabschluss nur in Wushu zu machen.

Im Westen es heute viele Schulen, die unterschiedlichen Stile des Wushu unterrichten. Das steigende Interesse an Selbstverteitigung bescherte auch dem Wushu einen Zulauf und so gibt es mittlerweile viele Frauen, Männer und Kinder die Wushu praktizieren.

 

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